Kriegsgeschichtlich unwichtig kann man die Schlacht von Monte Cassino nun wirklich nicht nennen. Immerhin gelang es unserem Feldmarschall Albert Kesselring hier 1944 die Landfeinde fünf Monate lang aufgehalten. Mit zwei Armeen oder 240,000 Kriegsknechten traten die Engländer und Amerikaner samt Hilfsvölkern (Negern, Sarazenen, Gallier und dergleichen mehr) zum Angriff an. Unser Feldmarschall Kesselring konnte ihnen nur 140,000 Mann entgegenstellen. Drei feindliche Großangriffe konnten abgeschlagen werden, dann mußten unsere Truppen auf die nächste Verteidigungslinie zurückgenommen werden. Die Schlacht kostete die Landfeinde 55,000 Kriegsknechte. Unsere deutschen Verluste betrugen 20,000 Mann. Niedergeschrieben hat uns die Geschichte der Schlacht von Monte Cassino unser Feldmarschall Kesselring in seinem Panzerbuch „Soldat bis zum letzten Tag“, woraus ich ein weiteres Stück vorlese:

Den naheliegenden Gedanken, die Brückenkopfstellung durch einen Flankenangriff aus dem Gefechtsstreifen der an der Küste nördlich Anzio angelehnten IV. Fallschirmjägerdivision zu führen und den Brückenkopf aus den Angeln zu heben, lehnten Generaloberst von Mackensen und ich gleichmäßig ab, da Bereitstellung und Angriff unter dem Flankenfeuer der ganzen Schiffsartillerie hätten vor sich gehen müssen, ohne die eigene Artillerie voll zur Wirkung bringen zu können; die Mitwirkung der starken deutschen Panzerkräfte wäre darüber hinaus durch das dichte, obendrein verminte Waldgelände stark beeinträchtigt gewesen. Da die Südflanke wegen des feuchten, durchschnittenen Geländes von selbst ausfiel, blieb – ganz grob gesagt – nur der Streifen zwischen Apulien und Cisterna übrig. Ich billigte den Plan Mackensens, den Hauptangriff beiderseits Apulia zu führen und ihn mit zwei Nebenangriffen zu unterstützen. Hitler ließ sich durch Mackensen über den Angriffsplan berichten und ordnete dann im Einverständnis mit diesem an, daß der Angriff durch das Infanterielehrregiment, und zwar zur Sicherstellung einer alles zermalmenden Artilleriewirkung sehr schmal zu führen sei. Beides sollte sich rächen, ich kann mich nicht von Mitschuld freisprechen. Wenn mir auch das Infanterielehrregiment als ganz einmalig dargestellt wurde, so hätte ich das nicht so ohne weiteres glauben dürfen und wissen müssen, daß eine kampfungewohnte Heimattruppe Großkampfeingdrücken nicht gewachsen ist. Ein anderer Nachteil war die Festsetzung eines reichlich späten Angriffszeitpunktes für den 16. Februar, 6.30 Uhr, da das geländeunkundige Regiment nur bei Sicht angreifen konnte. Der Rückschlag des Regiments war beschämend. Ich bin der festen Überzeugung, daß die XXIX. Panzergrenadierdivision oder die XXVI. Panzerdivision den Angriff durchgezogen hätte. Die XXIX. Panzergrenadierdivision bewies ihren alten Kampfgeist bei dem Angriff am 18. Februar, der aus schwieriger Lage ohne jede Überraschung gestartet und bis zur Straße 82, zur letzten feindlichen Brückenkopfstellung – Initial-Line – vorgetragen wurde. Die Artillerieunterstützung durch mehr als 400 Heeres- und Flakgeschütze hat das gehalten, was man sich von ihr versprach, während die für unsere Begriffe reich1ich vorhandenen Panzer und die ferngesteuerten „Goliathe“ („Goliath“, kleine, ferngelenkte, gepanzerte Sprengstoffträger) versackten und versagten. Wenn sonst die gegnerischen Divisionen mindestens doppelt so stark wie die deutschen waren, so lag bei diesem Angriff gegen den alliierten Brückenkopf die Überlegenheit auf der deutschen Seite. Bei voller Berücksichtigung der vielen während der Schlacht zutage getretenen Mängel, der alliierten Überlegenheit an Fliegern und Seestreitkräften, muß ich den Abwehrerfolg des gemischt zusammengesetzten 6. amerikanischen Korps als eine besondere Leistung bezeichnen.“

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